Wenn es zu den Pfadfindern geht, dann ist bei mir auch immer die Frage: Welches (Taschen-)Messer packe ich heute ein? Ihr merkt schon: Beim Jens gibt es mehr als eines – ich mag einfach verschiedene Messer.
Dabei ist die Frage, welches Messer ich einpacke, noch eine ziemlich einfache Entscheidung. Im Leben gibt es ganz andere Entscheidungen, die wir treffen müssen: Welchen Beruf wähle ich? Welchen Partner suche ich? Welchen Job nehme ich? Was ziehe ich heute an? Manche Entscheidungen sind groß, andere ziemlich alltäglich.
Beim Messer weiß ich: Nächste Woche kann ich mich einfach wieder neu entscheiden. Und ganz ehrlich: Es gibt kaum ein Messer, das so falsch wäre, dass ich damit gar nichts anfangen könnte. Im Leben fühlt sich das manchmal anders an. Da schwingt schnell die Frage mit: Was ist, wenn ich mich falsch entscheide?
Aber was ist eigentlich falsch? Und wer bewertet das – und wann? Im Nachhinein würden wir sicherlich manche Entscheidung unseres Lebens anders treffen. Aber in der Situation selbst? Da hatten wir eben nur das Wissen, die Möglichkeiten und den Blick, den wir zu diesem Zeitpunkt hatten.
Und hinter all diesen Fragen steckt manchmal die Angst: Was ist, wenn ich falsch abbiege? Wenn ich eine Entscheidung treffe, die nicht Gottes Weg für mich ist? Habe ich dann etwas verpasst oder vielleicht sogar kaputt gemacht?
Mir macht da Römer 8,28 Mut. Paulus schreibt:
„Was auch geschieht, das eine wissen wir: Für die, die Gott lieben, muss alles zu ihrem Heil dienen.“
Das bedeutet nicht, dass jede Entscheidung, die wir treffen, automatisch richtig ist. Natürlich können wir falsche Entscheidungen treffen. Manchmal entscheiden wir uns für Wege, bei denen wir später merken: Das war keine gute Idee. Vielleicht war es sogar wirklich falsch.
Aber unsere falschen Entscheidungen setzen Gottes Treue nicht außer Kraft.
Gott geht seinen Weg mit uns. Und wenn wir zwischendrin falsch abbiegen, dann steht er nicht an der Kreuzung und schaut uns hinterher. Er kann auch auf einem Umweg mit uns gehen. Er kann uns dort halten, begleiten, korrigieren und sogar gebrauchen.
Ein paar Verse später schreibt Paulus, dass nichts uns von der Liebe Gottes trennen kann. Und ich mag für mich sinngemäß ergänzen: Auch meine Entscheidungen nicht.
Vielleicht stehst du gerade vor einer Entscheidung und fragst dich, was richtig ist. Dann bete, prüfe, frage andere um Rat – und dann entscheide. Aber hab keine Angst davor, dass deine Entscheidung größer sein könnte als Gottes Treue.
Ich kann falsch entscheiden. Aber ich kann mich nicht aus Gottes Treue herausentscheiden.
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