Gott hat mehr vor!
**„Gott hat mehr vor – Berufen. Befähigt. Gesendet.“** Unter diesem Thema stand unsere diesjährige Gemeindefreizeit. Wobei „Freizeit“ in diesem Jahr wieder einmal anders aussah als man eine Freizeit erwartet: Wir sind nicht gemeinsam weggefahren, sondern haben von Freitag bis Sonntag ein ganzes Wochenende in und rund um unser Gemeindehaus miteinander verbracht. Zwischen 40 und 50 Personen waren dabei – am Freitagabend sogar noch einige mehr, weil auch Pfadfinder und ihre Eltern unserer Einladung gefolgt waren.
Los ging es nach dem gemeinsamen Abendessen mit einer großen Gemeindespielshow. Es wurde geraten, gespielt, gerätselt und vor allem viel gelacht. Besonders schwierig wurde es bei der Frage, wer denn da eigentlich „Kartoffelsalat“ sagt. Im Vorfeld hatten verschiedene Personen das gleiche Wort eingesprochen und nun galt es, allein an der Stimme zu erkennen, wer dahintersteckte. Das war offenbar so schwierig, dass die Aufnahmen später noch einmal gehört werden mussten, um herauszufinden, wen man eigentlich alles nicht erkannt hatte.
Am Ende wurde es dann noch einmal ganz praktisch: Aus den sieben Gruppen wurden die acht Buchstaben des Wortes **GEMEINDE**. Ein schönes Bild für das, was wir an diesem Wochenende erleben wollten: Wir sind unterschiedlich, bringen unterschiedliche Fähigkeiten mit – und gehören doch zusammen.
Am Samstagmorgen wurde es persönlicher. Am Beispiel von David beschäftigten wir uns mit dem Gedanken: **„Gott sieht mehr in dir, als du selbst sehen kannst.“** Samuel hätte David vermutlich nicht ausgesucht. Selbst sein Vater Isai hatte ihn zunächst gar nicht auf dem Schirm. Aber Gott sieht anders.
Mit einer persönlichen „Landkarte“ machten wir uns anschließend selbst auf Entdeckungsreise: Wie sehe ich mich? Was sehen andere Menschen in mir? Was sagt Gott über mich? Und wo bin ich noch nicht fertig, sondern darf weiter wachsen? Dabei wurde deutlich: **Gott beruft keine fertigen Menschen.** Er beruft uns und befähigt uns auf dem Weg.
Am Nachmittag gab es dann ganz unterschiedliche Möglichkeiten, etwas auszuprobieren oder einfach miteinander Zeit zu verbringen. In einem Gabenseminar konnte man den eigenen Begabungen weiter auf die Spur kommen, beim Aquarell kreativ werden, gemeinsam Gesellschaftsspiele spielen oder Brot im Lehmbackofen backen. Gerade die Gesellschaftsspiele fanden viele Mitspieler. Gleichzeitig gab es bewusst auch unverplante Zeit – Zeit zum Sitzenbleiben, Reden, Kennenlernen und für Gespräche, für die im normalen Gemeindealltag manchmal wenig Raum bleibt.
Ein besonderer Moment des Wochenendes war der Lobpreisabend am Samstag. Unter der Überschrift **„Gott handelt in unserer Geschichte“** haben wir nicht nur miteinander gesungen, sondern auch einander zugehört. Mehrere Menschen erzählten sehr persönlich davon, wie sie Gottes Handeln in ihrem Leben erlebt haben. Manche dieser Geschichten waren mit leidvollen Erfahrungen verbunden und gingen entsprechend nahe. Da blieb auch das eine oder andere Auge nicht trocken. Und trotzdem – oder vielleicht gerade darin – wurde etwas davon sichtbar: **Gott ist groß. Gott handelt auch in unfertigen Geschichten und auf krummen Wegen.**
Am Sonntag kam schließlich das dritte Wort unseres Wochenendes dazu: **Gesendet.** Jesus sagt seinen Jüngern in Johannes 20: „Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch.“ Gott beruft und befähigt uns nicht nur für uns selbst. Er möchte uns gebrauchen – in der Gemeinde, aber genauso in der Schule, am Arbeitsplatz, im Sportverein, in der Nachbarschaft oder in unserer Familie.
Dabei wurde das Schlauchboot, das schon das ganze Wochenende auf der Bühne gelegen hatte, zum Bild: Ein Leuchtturm kann sein Licht weit hinaus aufs Meer schicken. Aber wenn dort draußen Menschen Hilfe brauchen, muss irgendwann jemand ins Boot steigen und zu ihnen fahren. Jesus selbst ist nicht auf Distanz geblieben. Er ist zu den Menschen gekommen. Und genauso sendet er uns zu den Menschen – damit sie Gottes gute Nachricht hören und etwas von seiner Liebe erleben.
Neben allen Programmpunkten bleibt deshalb vielleicht vor allem eines von diesem Wochenende: **die Gemeinschaft.** Gemeinsam essen, lachen, spielen und singen. Einander zuhören. Neues übereinander und über sich selbst entdecken. Zeit haben, miteinander ins Gespräch zu kommen.
Und genau so endete unsere Gemeindefreizeit dann auch: nicht einfach mit dem letzten Lied oder dem Ende des Gottesdienstes, sondern noch einmal am gemeinsamen Mittagstisch. Bei Pulled Pork und Pulled Chicken, guten Gesprächen und ziemlich leckerem Essen konnten wir das Wochenende miteinander ausklingen lassen.
Drei Tage, an denen wir neu entdecken konnten, dass Gott mit jedem von uns und mit uns als Gemeinde mehr vorhat:
**Gott hat dich berufen.
Gott hat dich befähigt.
Und Gott sendet dich.**