Gemeindeleben 1. September 2026

Und Jesus lässt die Adler fliegen

Schon einige Stunden bevor am Montagabend der erste Satz auf der Bühne gesprochen wurde, herrschte im Gemeindehaus geschäftiges Treiben. Zwischen 11 und 13 Uhr wurde gemeinsam mit dem Team des TZE aufgebaut: Bühne, Technik, Licht, Kulissen – und dank vieler Helferinnen und Helfer war unser Gottesdienstsaal bald kaum wiederzuerkennen.

Um 19.30 Uhr hieß es dann: Bühne frei für „Des Himmels General“. Rund 80 Gäste waren gekommen, um das Theaterstück des TZE zu erleben. Acht Schauspielerinnen und Schauspieler und zwei Techniker nahmen uns mit hinein in eine Geschichte, die zum Lachen brachte, berührte und vor allem immer wieder zum Nachdenken anregte.

Im Mittelpunkt stand Ted. Ein Mann, Pastor einer bekannten Gemeinde, der einmal so etwas wie der „General“ war. Einer, der wusste, wo es langgeht, der Verantwortung übernahm, Entscheidungen traf und gewohnt war, die Richtung vorzugeben. Doch nach einem schweren Autounfall ist alles anders. Ted muss vieles neu oder überhaupt wieder lernen. Er begegnet seiner Umwelt mit einer kindlichen Art – und auch sein Glaube an Jesus ist kindlich, unmittelbar und erstaunlich klar.

Nach dem Unfall kommt Ted zu einem Therapeuten, der alles andere als begeistert davon ist, ihn aufzunehmen. Plötzlich lebt Ted rund um die Uhr bei ihm – und zunächst möchte der Therapeut sich eigentlich gar nicht wirklich auf ihn einlassen. Doch genau das verändert sich. Aus dem unfreiwilligen Miteinander wächst eine Beziehung, und während der Therapeut Ted begleitet, geschieht gleichzeitig etwas mit ihm selbst.

Denn Ted bringt mit seinem kindlichen und unmittelbaren Glauben etwas in sein Leben zurück, das dort längst keinen selbstverständlichen Platz mehr hatte. Der Therapeut wird mit seinen eigenen Erfahrungen, seinen Enttäuschungen und schließlich mit seinem eigenen Glauben konfrontiert. Und nach und nach beginnt sich auch bei ihm etwas zu verändern. Am Ende ist es nicht nur Ted, der neu lernen muss – auch der Therapeut entdeckt den Glauben für sich noch einmal ganz neu.

Dabei gelang „Des Himmels General“ etwas Besonderes: Immer wieder konnte man herzlich lachen – und manchmal blieb einem das Lachen fast ein wenig im Hals stecken, weil hinter einer komischen Situation plötzlich eine Frage auftauchte, die einen selbst betraf.

Wer ist Jesus eigentlich für mich? Wie gehe ich mit meinem Glauben um? Was bleibt von meinem Glauben, wenn das Leben nicht so läuft, wie ich es mir vorgestellt habe? Und was können wir vielleicht von einem Glauben lernen, der weniger kompliziert fragt und Jesus einfach vertraut?

Ein Satz zog sich dabei durch den Abend und blieb besonders hängen:

**„Und Jesus lässt die Adler fliegen.“**

Vielleicht war es genau diese Mischung, die den Abend so besonders gemacht hat: lachen zu können, berührt zu werden und gleichzeitig mit eigenen Gedanken und Fragen nach Hause zu gehen.

Nach dem Schlussapplaus war jedenfalls deutlich zu spüren: Das waren nicht einfach zwei Stunden gute Unterhaltung. Da war manches dabei, das noch ein bisschen weiterarbeitet.

Ein herzliches Dankeschön an die acht Schauspielerinnen und Schauspieler und die beiden Techniker des TZE für diesen besonderen Abend – und ebenso an alle Helferinnen und Helfer, die beim Auf- und Abbau, bei der Vorbereitung und rund um die Veranstaltung mit angepackt haben. Und natürlich danke an die rund 80 Gäste, die diesen Theaterabend mit uns erlebt haben.

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*von Jens Bertram*

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